Ja,das beschreibt meine derzeitige Situation wohl ganz gut denke ich.
Es ist nicht nur zu heiß (ich sterbe jede Nacht bei 34°C), nein, meine Mutter erlaubt mir nur noch bis 6 Uhr rauszugehen UND -der Höhepunkt meiner Tiefpunkte!- ich wurde am Freitag auf der Straße ausgeraubt: Kamera weg,Tasche weg,Adressbuch weg, ipod-Ladekabel weg(was bedeutet dass ich noch nicht mal mehr Musik hören kann für den Moment). Yuhuu.
Der Überfall am Freitag hat mich geschockt,sehr sogar. Nicht nur das meine Tasche und ihr gesamter Inhalt gestohlen wurde,das war es gar nicht sosehr, mehr, zu sehen mit welcher Gewalt die zwei Männer mir meine Sachen abgezogen haben. Dass es so etwas tatsächlich gibt, dass es in diesen Momenten keine Rücksicht gibt, dass keine Gegenwehr möglich ist, dass man hilflos zusehen muss, dass man sieht wie schlecht Menschen sein können. Natürlich,jedem wird mal etwas geklaut und ich bin die Letzte die behaupten darf dass ich meine Sachen normalerweise zusammenhalte, aber dieses Mal war es etwas anderes.
Ich wurde auf der Straße ausgeraubt,war gerade mit Ylva auf dem Weg zu der Geburtstagsfeier einer Freundin die 18 geworden ist, schnell haben wir vor ihrem Haus noch die Kerzen auf dem Kuchen angezündet, nach dem Motto "Überraschung! Alles Gute zum Geburtstag"..stattdessen ist der Kuchen dann 20 Sekunden später auf den Boden geklatscht,die Schokoladenseite nach unten,die Kerzen umgeknickt auf der Straße und 10 Sekunden später bogen die Diebe mit ihrem Motorrad und meiner Tasche unterm Arm um die Ecke,verdeckt in einer Staubwolke und ich dachte nur "Happy Birthday! Überraschung."
Wenn sich das nicht großartig anhört. Wenn man von diesen ungünstigen Umständen absieht geht es mir aber gut, soweit es einem eben gut gehen kann. Ich weiß gerade gar nicht was los ist..
Meine amerikanische Freundin sagt mir ständig dass ich "homesick" bin und dass dagegen Kamillentee und ein fetter Hamburger hilft, meine finnische Freundin sagt mir dass ich einen Freund brauche, mein kubanischer Freund sagt dass man in Kuba lacht wenn man glücklich ist aber man lacht auch wenn man traurig ist ,meine deutsche Freundin hat mir zu Schokolade geraten und die Ecuadorianer sagen ich hab' zu viel Sonne abbekommen und soll mir Tomaten ins Gesicht schmieren...
Naja,ich sage mir dass auf Regen Sonne folgt und essen meine Schokoladenvorräte auf (Jaja,ihr hört richtig, endlich ist ein Paket angekommen,mit genug Schokolade für ganz Machala,Danke nochmal).
So sieht's aus hier drüben, hoffe bei euch ist alles gut,ich geselle mich mal wieder zu meiner Schokolade..
Liebe Pauli,
AntwortenLöschenjetzt bist wirklich in Südamerika angekommen.
So ein Raub gehört wirklich dazu, so blöd das auch ist. Sei froh, dass nicht mehr passiert ist.
Ich habe mal in Panama direkt in einen Pistolenlauf geguckt - das war auch nicht sehr angenehm.
Bei mir war neben Bargeld noch mein Paß, mein Rückflugticket, meine Traveller-Schecks weg.
Ich habe daraus gelernt, dass das Abenteuer trotzdem weitergeht.
Lass dir von den Verbrecher-Arschlöchern die Laune nicht verderben.
Danke für die Aufmunterung -und ja,irgendwie lernt man aus sowas schon,obwohl es mir trotzdem die Laune verdirbt,ob ich will oder nicht.
AntwortenLöschenWas hast du denn dann gemacht,so ohne alles?
Also, das war so:
AntwortenLöschenDas ganze passierte auf einer Insel auf der karibischen Seite von Panama mit Namen Boca del Toro, an einem Samstag morgen. Als ich nach dem Überfall wieder in meinem Hotel ankam, wollte der Besitzer die tägliche Rate von 6 USD haben. Als ich im eröffnete ich sei gerade ausgeraubt worde, beruhigte er mich und bot mir an gratis dort zu wohen bis alles geregelt sei.
Ich bin also zur Polizei und die sagten mir ich müsste am Montag zur Staatsanwaltschaft um die Papiere zu bekommen. Diese Papiere braucht man unbedingt, damit man neue Reiseschecks und einen neuen Paß bekommen kann. Also mußte ich das ganze Wochenende ohne Geld auskommen. Die Inselbewohner waren alle total nett und haben mich versorgt, denn der Überfall hatte sich blitzschnell rumgesprochen. Ein schwedisches Päarchen und ein ein Canadier spendierten mit insgesamt 35 US.
Also am Montag morgen zur Behörde, wo man mich erstmal wegschickte, da ich in Shorts kam, was aber nicht erlaubt ist. Frisch umgezogen wieder hin und dann auf Spanisch einen zwei Din-A4-Seiten langen Bericht mit der Staatsanwältin verfasst. Danach zur Fähre , wo ich mit einem Panameno ins Gespräch kam und meine Story erzählte. DEr nahm mich dann vom Fähranleger mit dem Auto bis in die Provinzhauptstadt mit, von dort mit dem Nachtbus nach Panama-City. Als ich dort das Hotel bezahlte, war die Kohle alle.
Am nächten morgen los, zuerst zum American Express-Office, wo ich mir neue Schecks besorgte, dann zur Bank um damir Bargeld zu besorgen. Mann war das geil wieder ausreichend Kohle zu haben und sich mit Speis und Trank versorgen zu können. Dann zur Botschaft, Reisepass beantragen. Dort wurde ich erstmal in einen Fotoladen geschickt um Passfotos zu machen. Die Dame stellt mich vor eine weiße Wand (ich trug auch noch ein weißes Shirt) und drückte ab. Als sie die Bilder entwickelt, digital gab´s noch nicht, sagte sie:" Usted es muy blancito, casi no se vea."
Ja, dann Paß beantragt, danach zum airline Office und neues Ticket ausstellen lassen.
Was sehr geholfen hatte, war das ich Fotokopien von allen Dokumenten hatte.
Das einzige was mir noch fehlte war jetz ein Einreisestempel im Paß ohen den man nicht ausreisen darf. Als ich dann am nächsten Tag bei der Imigratión ankam, war der Beamte so nett und stellte mich seinem chefe vor mit den Worten: Ich hab´hier ´nen Deutschen mit ´ner kurzen Hose, können wir den trotzdem bedienen?
Wie du siehst liebe Pauli hab ich trotz des Negativ-Erlebnisses und dem damit verbunden Schock auch sehr viel Positives ud Hilfsbereitschaft erlebt. Und außerdem gelernt, dass man auch ohne "Alles " zumindest eine Zeitlang überleben kann.
Laß dich nicht unterkriegen und genieße die Zeit trotzdem oder besser JETZT ERST RECHT.
Am Besten du tröstet gleich mal deinen Papa, weil Schalké gerade aus dem DFB-Pokal ausscheidet-
un fuerte abraco
P.