Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 9. Februar 2011

Ein Ausflug in die Hauptstadt Ecuador's

Mittlerweile bin ich also schon ganze 5 Monate in diesem kleinsten Andenstaat, das die "Mitte der Welt" beherbergt. So ganz als meine Heimat kann ich es hier noch nicht bezeichnen, ich bin immer noch in der Eingewöhnungsphase, doch ich liebe mein Leben hier obwohl es gar nicht so leicht ist wie es euch manchaml erscheinen mag.
Die letzte Woche habe ich ein paar sehr schöne Tage mit meiner Familie in Quito -Ecuadors Hauptstadt- verbracht  Da kam ich mir -zwischen all den Deutschen Ausländern- schon ein wenig unecuadorianisch vor, es gibt sogar ein eigenes "DEutsches Barrio"(ein Dorf wo ausschließlich Deutsche leben). Man sieht so viele Touristen mit ihren fetten,teuren Kameras dass ich mich irgendwie unwohl gefühlt habe.  Zu viel blondes Haar und zu große Menschen,die einfach aus dem Bild herrausstechen.  "Guck mal da, eine Art Urzeitmensch. Davon müssen wir ein Foto machen, Agate!",der Mann mit den weißen Tennissocken in seinen Sandalen und der schmalen Sonnenbrille meinte wohl eine Indigena die gerade mit ihrem Baby auf dem Rücken die Straße überquerte. Indigenas leben im Grunde ausschließlich in der Sierra (nicht in der "Costa",wo ich lebe) und tragen noch ihre traditionelle Kleidung. Der Großteil der indigenen Bevölkerung ist sehr arm und viele Indigena-Kinder gehen nicht zur Schule. Es hat mich ziemlich aufgeregt zu sehen wie unrespektvoll viele Touristen gegenüber der ecuadorianuiscehn Kultur auftreten. Natürlich mache auch ich Fotos aber das ist für mich etwas anderes da ich auch wirklich versuche in dieser ganz anderen Welt zu LEBEN. Ich versuche zu verstehen wieso die Menschen Dinge tun und respektiere das Meiste davon. Irgendwei ist das ein Unterschied für mich,vielleicht vertue ich mich aber auch. 

In den nächsten Tagen sollten wir viel laufen,was auf einer Höhe von 2850m durchaus anstrengend werden kann, am Abend hatte die ganze Familie Kopfschmerzen. Dennoch lohnte sich unsere Führung durch die Altstadt Quitos,welche unter anderem zum Weltkulturerbe gehört, und ich war unglaublich froh mal wieder etwas Kultur um mich herum zu haben. Mein Gast-cousin ist ein ausgesprochen guter Führer gewesen und daher war ich nach den ersten Tagen so mit Wissen gefüllt dass ich Abends ins Bett viel und zum ersten Mal seit langem richtig schlief. Bald darauf fuhren wir in den "Parque Metropolitano";ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sehr ich mich gefreut habe mal wieder Gras unter meinen Füßen zu spüren,Bäume zu sehen,Waldluft einzuatmen, Spaziergänge zu machen.... Das hat mir wirklich gefehlt , denn in Machala gibt es nicht einen einzigen Park. Als wir uns in den nächsten Tagen im Zentrum aufhielten sah ich zu meinem Vergnügen und zu meiner Freude Sachen wie: Birkenstock, Dr. Oetker, zwei verschiedene Mülleimer( in Machala gibt es keine Mülltrennung), H&M, und sogar einen MC'S,obwohl ich ,wie ihr ja alle wisst,kein Fan von Mc Donnalds bin. Quito ist eben etwas "europäischer" und es tat wirklich gut ein bisschen aus Machala rauszukommen. Wir waren sogar Schlittschuhlaufen..,in Ecuador.
 Ich habe das Großstadtgefühl genossen aber ich war auch froh als wir nach einer 12-stündigen Busfahrt endlich wieder in Machala angekommen sind. Die Busfahrt hin un zurück war ziemlich "aufregend", mit den viele Polizeikontrollen und die Busse hier haben auch keinen europäischen Standard und mein Magen hat mir einige Probleme gemacht.


Ich habe sehr viele Eindrücke verabreiten müssen in den letzten Monaten -gute und schlechte- und ich tue es immer noch. Ich habe viel mit mir kämpfen müssen,viel überlegen und abwiegen müssen und ich tue es immer noch. Zunächst erschien mir das Leben hier gar nicht sooo anders, ich war auf einen sehr großen Unterschied gefasst, der nicht kam -und trotzdem ist das Leben hier komplett anders,obwohl die große Überraschung,DER entscheidende "Oh-Mein-Gott-ist-das anders-Moment" ausblieb.. Die Kultur, die Umgebung, einfach überall sind Unterschiede. Ich kann euch nicht sagen wo genau sie liegen, genauso wenig kann ich euch sagen wie ich mich hier verändere. Ich habe das Gefühl langsam aufgenommen zu werden und das Leben einer Ecuadorianerin zu leben, wodurch ich jedoch noch lange keine Ecuadorianerin bin -das ist ein großer Unterschied. Und trotzdem merke ich auch immer wieder, dass wir alle, ob in Ecuador oder in Deutschland, auch "nur" Menschen sind,mit unseren eigenen,individuellen Träumen, Jugendliche, die eine Jugend wollen und doch alle verschiedene Möglichkeiten und Horizonte für ihr Leben, für ihre Träume haben.

Liebe Grüße aus Ecuador,Pauli


2 Kommentare:

  1. Buenas,

    das Gefühl, dass einem die Touristen auf die Nerven gehen kenn ich auch. Wenn man sich länger dort aufhält, solidarisiert man sich irgendwie mit den Locals.

    Entonces guapa, que disfrutes tu tiempo ahí.
    P.

    AntwortenLöschen