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Dienstag, 22. Februar 2011

Meine soziale Arbeit in Ecuador

Es ist Dienstag Abend, es ist schwül,heiß, ich blicke auf ein Foto des vorletzten Jahres, welches meine Schwestern und mich im Schnee abbildet. Ich wünschte es würde schneien..oder wenigstens regnen. Zum Glück habe ich mit Schwimmen angefangen,wodurch ich jeden Tag im Wasser bin. Schon komisch, ich dachte eigentlich ich würde nie wieder im Becken trainieren,schwimmen, und jetzt tue ich es ausgerechnet hier in Ecuador. Mein erstes Training war ein wortwörtlicher Untergang aber es wird jeden Tag besser und etwas schwimmen konnte ich ja auch schon vorher;)

Da ich im Moment noch in meiner sozialen Arbeit beschäftigt bin habe ich dadurch immer einen guten Tagesplan. Es ist schön mal wieder so etwas wie Ordnung in seinem Leben zu haben und Sport zu machen. 
Ich glaube ich habe euch noch nichts über meine soziale Arbeit erzählt,richtig?
Diese soziale Arbeit ist ein eineinhalb Monate andauerndes Praktikum welches wir von YFU aufgetragen bekommen. Meine ersten 2 Wochen habe ich in einem sogenannten "comedor" (einer "Essensstädte" für Kinder) absolviert. Die Kinder die dort hinkommen um zu essen sind zwischen 3 und 13 Jahren, welche Zuhause kein Essen bekommen, entweder weil das Geld fehlt oder weil die Eltern ihre Kinder vernachlässigen. Diese Kinder kommen jeden Tag in den "comedor" um zu essen,zu beten, zu lachen und vielleicht auch um für einen Moment aus ihrer eigenen Realität zu entfliehen. Da es nur darum geht den Kindern etwas zu essen zu geben habe ich hauptsächlich in der Küche geholfen,beim abwaschen,kochen, Ameisen töten oder servieren. Dort habe ich zum ersten Mal wirklich erlebt wie dankbar Kinder sein können. Vielleicht hört es sich lächerlich an wenn ich sage dass auch das eine sehr wichtige Erfahrung war aber genauso ist es. Bevor ich gegangen bin musste ich den Kindern Lieder vorsingen,die man in meinem Land den Kindern vorsingt. Joa,da stand ich dann vor 50 Kindern und 4 Älteren Frauen und -Pauli glorreich wie immer- mir fällt nichts ein. Kein einziges dämliches Kinderlied ist mir eingefallen. Naja,das konnte ich natürlcih so nicht auf mir sitzen lassen also habe ich angefangen ganz scharf nachzudenken. Mmm. Ein weißes Farbklecksuniversum in meinem Kopf, manchmal mischen sich auch noch grüne Punkte dazu. Verzweifelt versuche ich den Befehl an mein Gehirn zu senden,welches noch völlig im Tiefschlaf liegt. Gut,mein Gehirn kramt "Meine Tante aus Marokko wenn sie kommt" heraus, darauf folgt "Die Affenbande rasselt durch den Wald", dann kommt "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" und selbstverständlich "Pippi Langstrumpf" und selbst die "Vogelhochzeit"hatte es noch auf Lager. Also fange ich der Reihe nach an und obwohl mit falschem Text(was ja sowieso keiner bemerkt hat) wird jedes Mal applaudiert, eher aus Höflichkeit glaube ich:D
Naja,so habe ich mich dann von den Kindern des "comedor's" verabschiedet. Die nächsten zwei Wochen habe ich in einem Kinderheim verbracht,in welchem Kinder von 1- 14 Jahren untergebracht sind. Unter anderem befinden sich dort sexuell sowie psychisch missbrauchte Kinder,wodurch mir diese Arbeitr sehr nahe gegangen ist. Zunächst hatte ich Angst da ich weder eine derartige Ausbildung habe, noch weiß ich wie man mit bestimmten Situationen untergeht..
Ich habe Matheunterricht gegeben(natürlich auf einem sehr niedrigen Niveau) und habe mich erschrocken dass es einige Mädchen gab,welche mit 12 Jahren noch nicht sagen konnten was 6+6 ergibt. Im nächsten Moment war mir dieser Gedanke peinlich denn ich sollte froh darüber sein eine so wundervolle Kindheit gehabt zu haben, darüber dass ich die Möglichkeit hatte in Ruhe zu lernen und in die Schule zu gehen und es immer noch tue denn es gibt unglaublich viele Kinder auf dieser Welt, für welche dies nicht normal ist. Kinder,die ohne ihre Eltern leben, die nicht zur Schule gehen können weil das Geld nicht da ist, die geschlagen oder anderweitig geschädigt werden, die keine Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke bekommen,Kinder,denen die Hoffnung und Neugierde und vorallem ihre Kindheit gestohlen wird. Viele dieser Kinder sehe ich hier. Wenn sie erzählen sind es Traumgeschichten oder Wünsche, wenn sie lachen sehe ich dass sie glücklich sind aber wenn sie weinen sieht man umso mehr wie sehr sie leiden. Wir alle sollten uns das immer wieder klar machen. Ich schreibe euch nur das was ich sehe und ich schreibe es nur weil ich euch und mich daran erinnern möchte wie gut wir es haben. 

Es ist schon spät, der Rest kommt bald, versprochen.
Besos,Pauli

Mittwoch, 9. Februar 2011

Ein Ausflug in die Hauptstadt Ecuador's

Mittlerweile bin ich also schon ganze 5 Monate in diesem kleinsten Andenstaat, das die "Mitte der Welt" beherbergt. So ganz als meine Heimat kann ich es hier noch nicht bezeichnen, ich bin immer noch in der Eingewöhnungsphase, doch ich liebe mein Leben hier obwohl es gar nicht so leicht ist wie es euch manchaml erscheinen mag.
Die letzte Woche habe ich ein paar sehr schöne Tage mit meiner Familie in Quito -Ecuadors Hauptstadt- verbracht  Da kam ich mir -zwischen all den Deutschen Ausländern- schon ein wenig unecuadorianisch vor, es gibt sogar ein eigenes "DEutsches Barrio"(ein Dorf wo ausschließlich Deutsche leben). Man sieht so viele Touristen mit ihren fetten,teuren Kameras dass ich mich irgendwie unwohl gefühlt habe.  Zu viel blondes Haar und zu große Menschen,die einfach aus dem Bild herrausstechen.  "Guck mal da, eine Art Urzeitmensch. Davon müssen wir ein Foto machen, Agate!",der Mann mit den weißen Tennissocken in seinen Sandalen und der schmalen Sonnenbrille meinte wohl eine Indigena die gerade mit ihrem Baby auf dem Rücken die Straße überquerte. Indigenas leben im Grunde ausschließlich in der Sierra (nicht in der "Costa",wo ich lebe) und tragen noch ihre traditionelle Kleidung. Der Großteil der indigenen Bevölkerung ist sehr arm und viele Indigena-Kinder gehen nicht zur Schule. Es hat mich ziemlich aufgeregt zu sehen wie unrespektvoll viele Touristen gegenüber der ecuadorianuiscehn Kultur auftreten. Natürlich mache auch ich Fotos aber das ist für mich etwas anderes da ich auch wirklich versuche in dieser ganz anderen Welt zu LEBEN. Ich versuche zu verstehen wieso die Menschen Dinge tun und respektiere das Meiste davon. Irgendwei ist das ein Unterschied für mich,vielleicht vertue ich mich aber auch. 

In den nächsten Tagen sollten wir viel laufen,was auf einer Höhe von 2850m durchaus anstrengend werden kann, am Abend hatte die ganze Familie Kopfschmerzen. Dennoch lohnte sich unsere Führung durch die Altstadt Quitos,welche unter anderem zum Weltkulturerbe gehört, und ich war unglaublich froh mal wieder etwas Kultur um mich herum zu haben. Mein Gast-cousin ist ein ausgesprochen guter Führer gewesen und daher war ich nach den ersten Tagen so mit Wissen gefüllt dass ich Abends ins Bett viel und zum ersten Mal seit langem richtig schlief. Bald darauf fuhren wir in den "Parque Metropolitano";ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sehr ich mich gefreut habe mal wieder Gras unter meinen Füßen zu spüren,Bäume zu sehen,Waldluft einzuatmen, Spaziergänge zu machen.... Das hat mir wirklich gefehlt , denn in Machala gibt es nicht einen einzigen Park. Als wir uns in den nächsten Tagen im Zentrum aufhielten sah ich zu meinem Vergnügen und zu meiner Freude Sachen wie: Birkenstock, Dr. Oetker, zwei verschiedene Mülleimer( in Machala gibt es keine Mülltrennung), H&M, und sogar einen MC'S,obwohl ich ,wie ihr ja alle wisst,kein Fan von Mc Donnalds bin. Quito ist eben etwas "europäischer" und es tat wirklich gut ein bisschen aus Machala rauszukommen. Wir waren sogar Schlittschuhlaufen..,in Ecuador.
 Ich habe das Großstadtgefühl genossen aber ich war auch froh als wir nach einer 12-stündigen Busfahrt endlich wieder in Machala angekommen sind. Die Busfahrt hin un zurück war ziemlich "aufregend", mit den viele Polizeikontrollen und die Busse hier haben auch keinen europäischen Standard und mein Magen hat mir einige Probleme gemacht.


Ich habe sehr viele Eindrücke verabreiten müssen in den letzten Monaten -gute und schlechte- und ich tue es immer noch. Ich habe viel mit mir kämpfen müssen,viel überlegen und abwiegen müssen und ich tue es immer noch. Zunächst erschien mir das Leben hier gar nicht sooo anders, ich war auf einen sehr großen Unterschied gefasst, der nicht kam -und trotzdem ist das Leben hier komplett anders,obwohl die große Überraschung,DER entscheidende "Oh-Mein-Gott-ist-das anders-Moment" ausblieb.. Die Kultur, die Umgebung, einfach überall sind Unterschiede. Ich kann euch nicht sagen wo genau sie liegen, genauso wenig kann ich euch sagen wie ich mich hier verändere. Ich habe das Gefühl langsam aufgenommen zu werden und das Leben einer Ecuadorianerin zu leben, wodurch ich jedoch noch lange keine Ecuadorianerin bin -das ist ein großer Unterschied. Und trotzdem merke ich auch immer wieder, dass wir alle, ob in Ecuador oder in Deutschland, auch "nur" Menschen sind,mit unseren eigenen,individuellen Träumen, Jugendliche, die eine Jugend wollen und doch alle verschiedene Möglichkeiten und Horizonte für ihr Leben, für ihre Träume haben.

Liebe Grüße aus Ecuador,Pauli


Sonntag, 30. Januar 2011

Irgendwie ist es immer heiß. Immer.

Ich habe gerade eigentlich gar keine Zeit aber eine Sache muss ich noch kurz posten:
Eine "Zewa-Rolle"(Küchenpapier) kostet hier 7$
..und ein Liter Apfelsaft 8$
Das nur damit ihr Morgen früh euren Apfelsaft genießt und dankbar mit eurer 30ct-Küchenrolle umgeht.

Gute Nacht.:)

Montag, 24. Januar 2011

Alles geht den Bach herunter, irgendwie...

Ja,das beschreibt meine derzeitige Situation wohl ganz gut denke ich.
Es ist nicht nur zu heiß (ich sterbe jede Nacht bei 34°C), nein, meine Mutter erlaubt mir nur noch bis 6 Uhr rauszugehen UND -der Höhepunkt meiner Tiefpunkte!- ich wurde am Freitag auf der Straße ausgeraubt: Kamera weg,Tasche weg,Adressbuch weg, ipod-Ladekabel weg(was bedeutet dass ich noch nicht mal mehr Musik hören kann für den Moment). Yuhuu.
Der Überfall am Freitag hat mich geschockt,sehr sogar. Nicht nur das meine Tasche und ihr gesamter Inhalt gestohlen wurde,das war es gar nicht sosehr, mehr, zu sehen mit welcher Gewalt die zwei Männer mir meine Sachen abgezogen haben. Dass es so etwas tatsächlich gibt, dass es in diesen Momenten keine Rücksicht gibt, dass keine Gegenwehr möglich ist, dass man hilflos zusehen muss, dass man sieht wie schlecht Menschen sein können. Natürlich,jedem wird mal etwas geklaut und ich bin die Letzte die behaupten darf dass ich meine Sachen normalerweise zusammenhalte, aber dieses Mal war es etwas anderes.
Ich wurde auf der Straße ausgeraubt,war gerade mit Ylva auf dem Weg zu der Geburtstagsfeier einer Freundin die 18 geworden ist, schnell haben wir vor ihrem Haus noch die Kerzen auf dem Kuchen angezündet, nach dem Motto "Überraschung! Alles Gute zum Geburtstag"..stattdessen ist der Kuchen dann 20 Sekunden später auf den Boden geklatscht,die Schokoladenseite nach unten,die Kerzen umgeknickt auf der Straße und 10 Sekunden später bogen die Diebe mit ihrem Motorrad und meiner Tasche unterm Arm um die Ecke,verdeckt in einer Staubwolke und ich dachte nur "Happy Birthday! Überraschung."

Wenn sich das nicht großartig anhört. Wenn man von diesen ungünstigen Umständen absieht geht es mir aber gut, soweit es einem eben gut gehen kann. Ich weiß gerade gar nicht was los ist..
Meine amerikanische Freundin sagt mir ständig dass ich "homesick" bin  und dass dagegen Kamillentee und ein fetter Hamburger hilft, meine finnische Freundin sagt mir dass ich einen Freund brauche, mein kubanischer Freund sagt dass man in Kuba lacht wenn man glücklich ist aber man lacht auch wenn man traurig ist ,meine deutsche Freundin hat mir zu Schokolade geraten und die Ecuadorianer sagen ich hab' zu viel Sonne abbekommen und soll mir Tomaten ins Gesicht schmieren...

Naja,ich sage mir dass auf Regen Sonne folgt und essen meine Schokoladenvorräte auf (Jaja,ihr hört richtig, endlich ist ein Paket angekommen,mit genug Schokolade für ganz Machala,Danke nochmal).

So sieht's aus hier drüben, hoffe bei euch ist alles gut,ich geselle mich mal wieder zu meiner Schokolade..

Dienstag, 18. Januar 2011

"Ohne Gott,ohne uns" oder auch Glaube und Religion in Ecuador

Religion spielt in Ecuador eine ganz große Rolle. Auch deshalb scheinen viele Ecuadorianer in einer Art "Doppelwelt" zu leben, d.h. sie sehen in allem eine von Gott bestimmte Bedeutung und eine weltliche Bedeutung. Oftmals akzeptieren die Menschen zwar ein modernes gesellschaftliches Leben, praktizieren jedoch auf der anderen Seite sehr Streng ihre Bräuche und Sitten. Es ist nicht unnormal öfter als einmal die Woche in die Kirche zu gehen (wie man es an meinem Bespiel sieht:P). Viele Ecuadorianer hören christliche CD's oder sehen sich religiöse Filme an, machen "oraciones"(Gebete) vor und nach dem Essen und singen gemeinsam. Etwa 92% der ecuadorianischen Bevölkerung sind römisch-katholisch und bekennen sich dazu. Da der Glaube in ecuador eine viel größere Bedeutung zu haben scheint ist auch das Konzept der Jungfräulichkeit und die daraus resultierenden Erwartungen sicherlich weiter verbreitet als in Deutschland. Das kann manchmal ziemlich nervig sein da Eltern sich unnötige Sorgen machen und ihre Kinder in vielerlei Hinsicht einschränken. Ich habe zum Beispiel das Gefühl in Deutschland viel mehr Freiheiten zu haben, und ich meine dabei nicht die Friheit die mir das Gesetz gibt sondern die Freiheit die sich in den gesellschaftlichen Grenzen bewegt. Die meisten der "religiösen" Ecuadorianer leben nämlich wenig regelorientiert; man hält sich nicht wortgetreu an die Gebote die man in der Kirche beschwört. 
was mich zu Anfang verwundert und gestört hat aber mittlerweile ganz normal geworden ist,ist z.B. dass in öffentlichen Gebäuden,sowie in den Bussen große Schilder und Bilder hängen auf denen Botschaften stehen wie "Dieser Bus wird von Gott geleitet,lasst uns für den Allmächtigen beten." oder "Jesus ist dein bester Freund, vertrauen wir ihm in Allem.". Es ist wirklich gewöhnungsbedürftig dass es zwar offiziell Glaubensfreiheit gibt, dies jedoch nur für die Theorie gilt. Wenn ich meinen Schulfreunden erzähle dass ich nicht ganz so gläubig bin, legen sie mir die Hände auf die Schultern und trösten mich mitleidig, sagen mir sowas wie "Jesus und Gott werden auch dich suchen wenn du es selber willst.". Manchmal kann man durch sowas in echt peinliche Situationen geraten und man muss wirklich aufpassen was man sagt da den Leuten ihr Glaube wichtiger ist als alles andere.
Es ist schon komisch, ich durchlaufe immer noch diesen Prozess des Kennenlernens,ich komme in Berührung mit den Lebensweisen einer ganz anderen Kultur in der andere Regeln dein Dasein bestimmen, und genauso ein ganz anderes Wertesystem. Religion. Freunde. Erfolg. Freiheit. Liebe.Geld. Aussehen. Familie. Glück. Spaß. ....und was ist dir wichtig?

Sonntag, 9. Januar 2011

Ferien

So sieht's aus: 3 ganze Monate Ferien! Wenn das nicht geil ist..

Ich liege im Bett,habe den schrecklichen Frottee-Schlafanzug den meine Mutter mir zu Weihnachten geschenkt hat an ( nur ihr zu Liebe),mir ist heiß und ich bin sauer weil meine Musik nicht die Musik übertönen kann die von Draußen hereindringt: Weihnachtsmusik die glaube ich seit dem 20.November jeden Tag  läuft,Tag und Nacht. Yuhuuu. Der Eismann darf natürlich auch nicht fehlen und schreit selbst um 12 Uhr Nachts noch durch sein Megafon: "Helados! Todos colores,todos favores. Setenta centavos! Solo setenta centavitos!!". Ich werde hier verrückt,also sozusagen höchste Zeit zu verreisen,was meint ihr?

Nur wohin? Ambato/Banos zum bunjee-jumpen, Machu-Piccu(Peru),Galápagos, ruta del sol,...?
Mal sehen..

Gestern wollten wir alle irgendwie raus,raus aus Machala,einfach irgendwas machen,in die Natur, nach dem Motto "sea lo que sea". also habe wir uns ins auto gesetzt und sind losgefahren.
Der Plan: Wir fahren zu den "Cascadas de Manuel"(Cascada=Wasserfall).
Das Problem: Meine Mutter wusste den Weg nicht mehr.
Na gut,das hört sich ja nicht wirklich nach einem schwerwiegenden Problem an,dachte ich mir. Fragen wir also jemanden nach dem Weg. "Mmmmmmh...."kommt es. Nochmal: "Mmmmmh..."der Mann guckt etwas ratlos,deutet dann mit einem Finger Richtung Berge "muss wohl da sein." murmelt er,dreht sich um und geht. Also fahren wir "Richtung Berge". Man muss dazu eine Sache wissen: Ecuadorianer sagen dir eigentlich IMMER den Weg aber nicht weil sie immer den Weg wissen,nein, nur weil sie nicht nichts sagen wollen!:D
"Naja",sage ich nach einer Zeit "So wirklich sicher war der sich aber nicht oder? Vielleicht sollten wir nochmla jemand anders fragen.." oder auch nicht,lese ich im Blick meiner Mutter. "Nein Pauli, das ist ein Nativer,ein Indianer, die sind noch etwas zurückgeblieben Pauli -ABER sie haben eine Verbindung zur Natur und deswegen wird er es wissen." Oke,am Besten sage ich ncihts mehr. Für meine Mutter sind alle Leute die sei auf der Straße sieht Indianer und zurückgeblieben und sie spricht immer besonders langsam mit ihnen. Das ist ganz lustig:D In unsere Schule ist vor 2 Monaten ein "indianisches Mädchen" gekommen,da haben die aus meiner Klasse ihr Handy aus der Tasche geholt und gesagt "Das-ist-ein-H-A-N-D-Y."(in extra langsam). Da hat das Mädchen ihr iphone aus der Tasche geholt und nur "Ich weiß." gesagt. Soviel dazu:D...
Naja,..auf jeden Fall sind wir dann irgendwann in den bergen angekommen,wo dann gleichzeitig auch die Natur beginnt,Regenwald-mäßig. Immer weiter und immer weiter,etwa 2 Stunden bis wir auf einmal mitten im Nichts standen. Ein kleiner Trampelpfad der in einer Schlammpfütze endete,Bäume,Bäume,Pflanzen,GRÜN,alles grün, das Surren de rFliegen und Moskitos,wilde Kakaopflanzen,kleine Wasserfälle und Bäche. "Wir sind mitten im Nirgendwo, unser auto steckt in einem Sumpf fest und ich habe kein Netz." stellt Pablo fest. Herrlich. "Hier wurden letztes Jahr 5 Wanderer umgebracht",erzählt Mika ganz ruhig. Ach,das wird ja immer besser,denke ich. Naja,meine Mutter ist schon in völlige Panik ausgebrochen: "Ich stecke fest,ich stecke fest,Muchachos! Hilfe,Hilfe. Sie werden uns umbringen,hier gibt es Kannibalen Freunde,Kannibaaalen!". dei Situation war echt lustig aber ich habe mir das Lachen lieber verkniffen:D
Nach guten 2 Stunden waren wir wieder auf einer etwas normaleren Straße. Obwohl wir nicht bei den Cascaden angekommen sind war es ein wirkliches Abenteuer;)







...HEUTE:










Heuute habe ich schon mal den Anfang gemacht was reisen angeht und bin zum Strand gefahren, nach Jambelí, etwa eine halbe Stunde mit dem Boot von Machalas Hafen entfernt. Wirklich begeistert hat es mich nicht, muss ich zugeben: zu viel Müll,fast schwarzer Sand, grünes Wasser und kaum Wellen, Sonnencreme mit Sand auf der Haut -aber irgendwie war es trotzdem ein wunderschöner Tag und es war ein herrliches Gefühl das Meer vor sich zu haben,den Strand,gute Musik, Sonne, Muscheln und zu fühlen dass das Leben sich, egal wo, sehr gut leben lässt;)
Wir haben Fisch gegessen, ICH habe Fisch gegessen:D ..und Krebs &fast hätt ich mir meine Haare zu Trensen machen lassen,also so wie viele afrikanische Frauen es haben, aber dann hat irgendwie die Zeit gefehlt...

hier ein paar Fotos von heute und Gestern:

Sonntag, 2. Januar 2011

2011

Gestern sind wir dann nach zaruma gefahren,ein kleines aber wunderschönes Dorf in der Sierra...




In Zaruma.

Meine Familie mit mir.
Meine Geschwister: Mika und Pablo

Puerto Bolivar, Machalas Hafen.


Mein erstes Mal Fisch essen,es war wirklich lecker:)

Ich,tanzend:D

Ja,das war heute. wir sind zum Fluss gefahren um uns "alles Schlechte des jahres 2010 abzuwaschen"..jaja,das ist hier so eine Art Tradition. Von links nach rechts: Xiomara, (meine Sobrina),Ich,meine Mama,meine Tante.

...wie man sieht ist es auch ganz nett dort:)